Geschichte der Homöopathie

Die Homöopathie ist ein eigenständiges und ganzheitliches Therapieverfahren, welches von dem Meißener Arzt Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755 – 1843) entdeckt und in den letzten 250 Jahren stetig weiter entwickelt wurde.

Als Arzt stand Hahnemann den damaligen kruden Methoden der Medizin (blutiges Schröpfen, Aderlass, Verabreichung von giftigen Substanzen..) sehr skeptisch gegenüber, weil er erkannte, dass dies die Patienten meist mehr schwächte als stärkte, sie also auch nicht geheilt wurden.

Er gab enttäuscht seine Praxis auf und verdiente sein Geld fortan mit Übersetzungen.

Bei dieser Übersetzungsarbeit stolperte er über die Behauptung, dass die Chinarinde das Wechselfieber (=Malaria; eine damals noch präsente Erkrankung in Deutschland) heilen könne. Sein wissenschaftlich-kritischer Geist konnte dem keinen Glauben schenken und er wagte ein Experiment an sich selbst, um die Wirkung der Chinarinde zu überprüfen. In diesem Selbstversuch schluckte er ein Stückchen Chinarinde und bekam dem Wechselfieber ähnliche Symptome – aber ohne selbst daran tatsächlich erkrankt zu sein! Dies ließ sich bei ihm immer wiederholen, wenn er etwas von der Chinarinde einnahm. Durch diese verblüffende Erkenntnis begann er nun zunächst allein verschiedene weitere Substanzen zu prüfen. Mit seinen Ergebnissen wand er sich 1796 im Hufeland Journal das erste Mal an die Öffentlichkeit.

Im Jahr 1810 formulierte er die Ähnlichkeitsregel als tragende Säule der Homöopathie:

“Similia similibus curantur”
(Ähnliches werde mit Ähnlichem geheilt)

und gab sein wegweisendes Regelwerk, das “Organon der Heilkunst”, heraus.

Bis zu seinem Lebensende forschte Dr. Samuel Hahnemann für die Homöopathie und hat uns ein Therapieverfahren hinterlassen, das so umfassend wie tief greifend wirkt.

In seinem Regelwerk, das “Organon der Heilkunst”, finden wir – auch heute weiter hochaktuell und gültig – Hahnemanns grundlegende Anweisungen zur Ausübung der Homöopathie.

“Macht’s nach, aber macht es genau nach!”
(Hahnemann; Organon)

Den Begriff Homöopathie entlehnte Hahnemann dem Griechischen “homoios” = “ähnlich” und “pathos” = “Leiden”, unter Bezug auf das von ihm entdeckte Naturgesetzt, der Ähnlichkeitsregel.
Hierbei wird durch ein genaues und ausführliches Krankengespräch das Krankheitsmuster des Patienten zusammengefügt und dann nach einem Arzneimittel gesucht, welches in seinem Muster eine größtmögliche Ähnlichkeit (“homoios”) mit dem Krankheitsmuster des Patienten hat.

Die zweite große Hinterlassenschaft Hahnemanns ist die Potenzierung der Arzneimittel (ca. um 1829). Damit können nun auch giftige Ausgangssubstanzen (z.B. Schwefel, Phosphor, Schlangengifte usw.) in der stufenweisen Herstellung von Verdünnungsgraden plus deren Verschüttelungen unbedenklich in der Homöopathie eingesetzt werden (wichtig: Potenzierung ist nicht nur Verdünnung sondern auch Verschüttelung!).
Die verblüffende Erkenntnis war, dass sich die Arzneikraft nicht verlor, sondern im Gegenteil noch zunahm.

Hahnemann nahm an, dass es ein immaterielles Ordnungssystem im Menschen gibt, welche er “Lebenskraft” nannte. Er ging davon aus, dass diese “Lebenskraft” die Vorgänge im Körper und Organismus in Harmonie und am Leben erhält. Ist diese “Lebenskraft” verstimmt, entsteht Krankheit, welche wir in den äußeren Zeichen – den Krankheitssymptomen – erkennen können.

Die Leistungsfähigkeit des homöopathischen Heilungsprinzips wurde bereits viele Jahre vor dem Wissen um die Krankheitserreger praktisch bewiesen:

1) 1813 behandelte Dr. Hahnemann in dem von Truppen eingeschlossenen Leipzig 180 Typhuskranke. Ihm starb nur eine Greisin. Die schulübliche Therapie forderte Todesopfer in 95% der Fälle. An Cholera starb man nicht mehr, jedenfalls kaum noch, während sonst für die allermeisten der Betroffenen die Cholera ein Todesurteil bedeutete.

2) 1832 erbarmten sich Hahnemann und seine Schüler der Cholerakranken. Nahezu 90% ihrer Patienten durften überleben, während 90% der schulüblich Behandelten sterben mussten. Die Weltöffentlichkeit horchte damals auf. Gerade hierdurch hat sich die Homöopathie blitzartig weltweit verbreitet. In den folgenden Jahrzehnten haben Generationen von homöopathischen Ärzten in der Heilung von bakteriellen Erkrankungen Hervorragendes geleistet

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